Home News Bücher ZNER Links Kontakt

Politik

Medizin

Umwelt

Neuerscheinungen

Angebote
Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivit?tsst?rung

Das Hyperkinetische Syndrom

Erkennen und Behandeln der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit?tsst?rung
Das Ph?nomen des "unruhigen Kindes" wird h?ufig mit unseren angeblich so bewegten Zeiten in Verbindung gebracht. Zum einen ist es zweifellos so, dass wir heute, nicht zuletzt durch die m?glich gewordene wirksame Behandlung, sehr viel mehr Kinder in Praxen und Kliniken mit dieser Problematik sehen als fr?her. Auch sind Eltern heute nicht mehr bereit, derartige Einschr?nkungen ihrer Kinder einfach als Schicksalsschlag hinzunehmen.

Zum anderen hat aber schon vor ?ber hundert Jahren der Psychiater Hermann Laehr in seiner Arbeit "?ber den Einfluss der Schule auf Verhinderung von Geistesst?rungen" 1875 das Zustandsbild hyperkinetischer Kinder beschrieben. Diese Kinder seien "ungemein beweglich, und zwar unterscheidet sie das Hastige, Unmotivierte, Eckige in den Bewegungen von den lebendigen Muskelbewegungen kr?ftiger und gesunder Kinder". Und auch der Prager Psychiater Arnold Eck beschrieb in seiner Arbeit "?ber einige bedeutsame Psychoneurosen des Kindesalters" unter Heranziehung des Hoffmann' schen Zappelphilipps das Hyper-kinetische Syndrom (HKS) als ein umschriebenes psychomotorisches Zustandsbild, das wegen seiner ung?nstigen Prognose einer gezielten Therapie bed?rfe, die er allerdings nicht weiter erl?uterte.

In der Begegnung mit dem unruhigen, hyperaktiven und aufmerksamkeitsgest?rten Kind sind die Not der Eltern, die scheinbare Ausweglosigkeit des Kindes und die Hilflosigkeit vieler Helfer immer wieder beeindruckend. Nicht selten werden betroffene Heranwachsende als ungezogen, frech und b?se angesehen, weil ihre Problematik nicht richtig erkannt wird.
W?hrend in der ersten H?lfte dieses Jahrhunderts f?r das Hyperkinetische Syndrom urs?chlich eine generelle Hirnsch?digung angenommen wurde - nach der gro?en Grippeepidemie
1918/19 beispielsweise konnten insbesondere Kinder mit einem encephalitisbedingten impulsiven Bewegungsdrang, motorischer Unruhe und Affektiabilit?t beobachtet werden - erkannte man schlie?lich in den 50-iger und 60-iger Jahren erst, dass bei den prim?r hyper-aktiven Kindern keine substanzielle Hirnsch?digung vorlag.

Wegen ihres diskret organischen Gepr?ges f?hrte man diese Basisst?rung auf eine minimale cerebrale Dysfunktion zur?ck. Die American Association of Psychiatry f?hrte dann 1980 den Begriff "Attention deficit hyperactivity disorder" (ADHD) in ihrem "Diagnostic and statistical manual of mental disorders" (DSM-III) ein, der in seiner revidierten Fassung (DSM-IV 1987) auch Untergruppen wie das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) mitber?cksichtigte. Barkley stellte in den 90er Jahren klar, dass die angeborene Entwicklungsst?rung als basales Defizit des cerebralen Hemmungssystems mit prim?rer und / oder sekund?rer Symptomatik unbe-handelt lebensl?nglich bestehen bleiben kann.

Ein erfolgreicher Behandlungsversuch bei p?dagogisch kaum beeinflussbaren hyperaktiven Kindern mit D-Amphetaminen wies erstmals auf pharmakotherapeutische M?glichkeiten hin (Bradley 1937). Zusammenfassende Erfahrungen der Pharmakotherapie bei hyperkinetischen Kindern und Erwachsenen mit Pemolin und Methylphenidat (Medikinet(r), Ritalin(r)) wurden von Wender et al. (1976) berichtet. In der Folgezeit wurden weitere, unterschiedliche pharma-kotherapeutische M?glichkeiten untersucht, die jedoch nicht erfolgreicher waren. Als m?glicher Hintergrund der positiven Pharmakotherapie-Ergebnisse wurde von Zametin et al. (1990) eine von der Norm abweichende Hirnstoffwechselst?rung angenommen, die mit psychothera-peutischen bzw. heilp?dagogischen Ma?nahmen alleine nicht behandelbar ist.

In Deutschland besch?ftigten sich verschiedene Forschergruppen mit dem Hyperkinetischen Syndrom (HKS), insbesondere die um Nissen et al. (1974), D?pfner und Lehmkuhl et al. von den Arbeitsgruppen Deutsche child-behavior-check-list und Kinder- und Jugend- und Familien-diagnostik in K?ln (1993, Zusammenfassung 1996), Poustka und Laumann et al. in Frankfurt am Main (1991), Trott, Warnke und Wirth et al. in W?rzburg (1993 und 1996) u.v.a.